Abizeitungsbericht über Fabian Sinz

Am achten Tag schuf Gott den Fabian. Mann und Frau fertigte er nur zur Probe an (Fabian war das Meisterstück!). Deshalb stattete er ihn mit dem Auftrag aus, die Menschheit zu Weisheit, Wahrheit und Klarheit zu führen. Dabei sollten die ihm geschenkten Fähigkeiten helfen. Sein ständig stichelnder Drang, seine Umgebung in ausufernden Diskussionen seine Meinung mitteilen und sie von ihr überzeugen zu müssen, seine vehemente Aversion gegen Oberflächlichkeit, im speziellen Sinne diejenige einiger Klassenkameradinnen, tiefgründig hervorheben zu müssen, und seine Mitmenschen an der Expansion seines Erkenntnishorizonts, den er sich durch die Lektüre von Nietzsche, Kant, Freud, Stirner, ... , erworben hat, teilhaben lassen zu müssen, führte zu heftigen Auseinandersetzungen mit Lehrern, explizit mit Ethik-, Mathe- und Englischlehrern, und Klassenkameraden. Wegen seiner Redseligkeit könnte es sein, daß einige seine wahre Natur verkennen und nur das ewig schwarz-gesinnte und geltungssüchtige Ungeheuer mit langen Haaren wahrnehmen.

Doch wir kennen ihn besser!!!

Wenn man einmal das Vergnügen hatte, mit ihm abends wegzugehen und zu feiern, möchte man die lustige Gesellschaft dieses trinkfesten, zukünftigen Bioinformatikers nie mehr missen. Seine Liebe zur Musik ermöglichte nicht nur im Musikunterricht eine professionelle Jazzimprovisation, sondern auch einen gelungenen Auftritt mit seiner E-Gitarre vor hunderten Menschen beim Altstadtfest. Noch eine Stufe höher auf der Kunstkarriereleiter kletterte Fabi, als er dieses Jahr in der Rolle eines durchtriebenen Häftlings zudem sein schauspielerisches Talent unter Beweis stellte.

Durch die immerwährende Darstellung seiner eigenen Meinung beeindruckte er nicht nur uns, sondern stellte sich gegen die sich immer weiter verbreitende Heuchelei der heutigen Gesellschaft.

Kein Einspruch, Fabi! Denn wir haben recht, weil wir das sagen!

Nele, Johannes