Das gespaltene Ich des Oli P.:
(oder ein zweiter Faust?)

Vorspiel auf dem Theater:
"Den will sie doch und soll ihn haben. Die Gegenwart von einem braven Knaben ist dächt´ ich immer auch schon was. Wer sich behaglich mitzueilen weiß, den wird des Volkes Laune nicht erbittern; Er wünscht sich einen großen Kreis, um ihn gewisser zu erschüttern."
Zum Beispiel seine Klasse inklusive Lehrer.

Unser "Unruheherd" ( O-Ton Krause, Erich) konnte trotz zahlreicher Hanuta-Bestech-Versuche des Chefs nicht zur Hof-Prüfung bewegt werden. Dies zeigt schon, dass er in der Schule sowohl die Nase als auch die Klappe vorn hatte. ("Du musst bei der Abfrage ohne Punkt und Komma labern, sodass der Lehrer nicht mehr nachhaken kann.")

Das Faustische zeigte sich "Vor dem Tor" z.B. des Calimeros erst bei Einbruch der Dunkelheit.: "Du bist dir nur des einen Triebs bewußt; O lerne nie den andern kennen! Zwei Seelen wohnen ach! in meiner Brust, die eine will sich von der andern trennen; die eine hält in derber Liebeslust, sich an die Welt mit klammernden Organen; die andre hebt gewaltsam sich vom Dust zu den Gefilden hoher Ahnen."

Von ersterem Trieb überwältigt, findet man ihn dann am häufigsten im Cali, bei der Radantia oder im PP. Wir schweigen von Kollegstufenfeiern bzw. GK- Treffen. Der offiziell anständige und wohlerzogene Jüngling taute mit seinen besten Freunden, Clique, Alkohol und Zigarre, erst richtig auf.

"Her mit dem Zeug, sonst komm ich ja nie auf Touren!"

(Seitdem verbindet ihn mit T. Koch eine gewisse Vorliebe für Lehrertoilletten)

Oder wie in Goethes Faust gewählter geschrieben steht: "Will keiner trinken? keiner lachen? ich will euch lehren Gesichter zu machen! Ihr seid ja heut wie nasses Stroh, und brennt sonst immer lichterloh." Wurde schließlich ein gewisses Level erreicht, ließ er Hemmungen und Hüllen (Donauabend) fallen, sodass die Damenwelt vor unserem Sunnyboy nicht mehr sicher war. Genau wie bei Autos bevorzugte er dabei Baujahr: ´85 - ´80, möglichst offen und luftig; was immerhin hier und da beinahe in einer Gretchentragödie endete: "Schei.. die war ja erst vierzehn!" frei nach dem Motto:

"Schönes Fräulein darf ich´s wagen Arm und Geleit euch anzutragen.

Bin weder Fräulein (14!), weder schön,kann ungeleit nach Hause gehen."

beehrte er die Damenwelt mit seinem unübertrefflichen Taktgefühl (Insider, denk mal scharf nach!) Während Oli zwar nur ein Auto fährt, fährt er aber durchaus an einem Abend auch auf mehrere Mädels ab. Wir erinnern uns an das krasseste Beispiel der Bamberger Walpurgisnacht, in der Umgangssprache "Sandkerwa" genannt. Die Macarena Bar 1998 lieferte das Verhältnis 4:5 (ohne Worte). Gerüchte behaupten ja, dass sein Apotheken-Lieferwagen mit seiner 2 qm großen Ladefläche beste Voraussetzungen zum Erreichen seiner Ziele bot. Nun muss er aber auf die Kühlerhaube ausweichen, da im, nach geraumer Zeit und über zahlreiche Umwege (Motorrad, hö, hö), endlich angeschafften Auto a lack of space existiert.

Tagsüber traf man den sportlichen jungen Mann beim Tennis oder im Obi (Max- Fitness), danach im Schwimmverein. Bei diesen Aktivitäten zeigte er genauso viel Ehrgeiz und Engagement wie in der Schule.Ganz zu schweigen von seiner Arbeit als Tennistrainer wo Oli der Liebling älterer Damen war!?

Wie unschwer zu erkennen ist bleibt der Mann einfach ein Original und Klassiker. Wie sonst soll man seine Liebe zur Musik Mozarts und Beethoven erklären, oder seine Begeisterung an Goethes Leben und Werk.

Nach Abwägen beider Seiten deines gespaltenen ICHs stellen wir folglich fest: "Du bist am Ende - was du bist. Setz` dir Perücken auf von Millionen Locken, Setz` deinen Fuß auf ellenhohe Socken, du bleibst doch immer was du bist." ein guter Freund und Klassenkamerad.

Er ist gerichtet, ist gerettet.

Thomas D., Valie, Claudia, Justus