Susi rennt - Denn sie weiß, was sie tut

Ein Stück in drei Akten

1. Akt, Szene I: Das Zangentrauma

Die Bühne ist erfüllt von Dunkelheit, Traurigkeit und Stille. Dann Licht.

Eine Zange läuft über die Bühne, im Schlepptau ein kreischendes, sich wehrendes Gör. Doch von diesem schmerzvollen Erlebnis bleibt nur ein blauer Fleck und das Gör entwickelt sich zu einem liebenswerten Geschöpf mit einem stets offenen Ohr: Susi

2. Akt, Szene I: Aller Anfang ist ruhig

Bühne: Ein grauer, trostloser Bau mit vielen Stufen, schlechter Busverbindung, aber sehr vielen Sitzgelegenheiten (wenn auch unbequem)

Ein freundliches, zurückhaltendes Mädchen betritt Morgen für Morgen in nettem Outfit die Bühne. Ein wohlgeformter Mann mittleren Alters erscheint, gefolgt von einer Horde junger Anhänger(innen). Als der Mann die Hände in der Luft bewegt, machen alle gleichzeitig ihren Mund auf und zu, wobei sie Töne erzeugen. Nicht so Susi.

Obwohl sie sich anfangs meist im Playback übt (wobei sie nicht ganz alleine ist), bleibt sie dem Schulchor längere Zeit treu. Schließlich zeigt sie dort auch ihre musikalischen Fähigkeiten, ebenso im privaten Bereich, z. B. in Gitarrenensembles und in gemütlichen Gesangsrunden im Kreise ihrer Liebsten.

2. Akt, Szene II: Hier kommt Susi

Im Kunstsaal

Mit Susis Haarlänge wächst auch ihr Trotz. Ein lila-grün-gelb-gebatiktes T-Shirt (Susi) weigert sich trotz Anweisung einer pädagogisch erfahrenen Lehrkraft, ihr begonnenes Werk zu vollenden und mißbraucht es statt dessen als Waffe gegen ihren Hintermann. Dieses Vorgehen wird mit einem Verweis bestraft, auch für alle, die es erheitert.

Beinahe wäre dies nicht ihr einziger geahndeter Verstoß gegen die Schulordnung gewesen. Ihre Abneigung gegen sportliche Betätigung zeigt sie in einem 800-Meter-Spaziergang. Folge: Mit einer Rolle rückwärts und anschließendem Strecksprung betritt ein sportlich gekleidetes Energiebündel in Form ihrer Lehrerin die Bühne, beschimpft Susi und droht ihr einen Verweis an.

3. Akt, Szene I: Deine Haare sind so kurz, doch das ist uns ganz schnurz, Oh Susi!

variables Bühnenbild

Die Haare sind wieder kurz. Ganz kurz. So kurz, dass Susi von spanischen Klosterschwestern in den Jungenschlafsaal geschickt wird. In ihrem Freundeskreis findet sich mittlerweile des öfteren das männliche Geschlecht, mit dem sie weitreichende Reisen unternimmt, meist (!) erfolgreich. So z. B. nach Frankreich oder nach Kroatien. Vielleicht kommt es durch ihre Reiselust, jedenfalls beherrscht Susi das "savoir vivre" auch im heimischen Bamberg: Man trifft sie an warmen Sommerabenden auf einer gemütlichen Biertischgarnitur, zu kälteren Jahreszeiten im Einhorn beim Genuß eines kühlen Hellen, in gemütlicher Runde mit Wein und Käse, beim Teetrinken und bisweilen auch beim Schwoofen (bis zum Frühstück). Den kulinarischen Genuß vervollständigt der Besuch eines VHS-Kochkurses (vegetarisch kochen mit Gemüse der Saison).

3. Akt, Szene II: Die Ambivalenz des technischen Fortschritts

Bühne: großer und kleiner Fernseher, Kamera, Stativ, mehrere Videorecorder, Kabel

Auftritt einer fluchenden Person nahe am Nervenzusammenbruch. Susis Einfallsreichtum bei ihrer Facharbeit wird leider durch diverse technische Streiks erheblich erschwert. Aber am Ende siegt der kreative Mensch über die Technik und vielleicht ist dies der Anfang einer Karriere als Regisseurin. Oder als Künstlerin. Oder als Betreiberin einer Schleiferei. Vielleicht auch als Friseuse?

Von Seiten ihrer vielseitigen künstlerischen Begabung stehen ihr alle Möglichkeiten offen!

Wir sind jedenfalls gespannt auf Akt 4 - ? Spannend wird es sicher, denn wer weiß, wohin Susi noch rennt!

Auf alle Fälle wollen wir gerne dabei sein!

weitere Personen, die nicht namentlich erwähnt werden:

Anja & Moni