JENSEITS DER STILLE, war Corinna scho' imma, denn...

...es war einmal, vor nicht allzu langer Zeit, eine kleine Schachtel Marlboro Light, die mit einem lustigen, blonden Tausendsassa beinah überall hinkam, wo der Bär tanzte. Doch eines Tages gerieten die beiden unzertrennlichen Freunde an einen eher unwirtlichen Ort in Gestalt eines großen, grauen Betonklotzes, in dessen Innerem aus ihrer Sicht das Böse vorherrschte. Ehe sie sich's versahen, standen sie vor einer großen Tür, die nichts Gutes zu versprechen schien. Diese ging plötzlich auf und dem kleinen Tausendsassa kam der Groove entgegen und sagte zu ihr:

"Komm her, denn heute geht noch was. Sei dir einfach sicher, du hast hier ganz viel Spaß. Und so nebenbei bemerkt, Kleine, an die Uni kommste nich' ohne die richtigen Scheine..."

Dies fuhr dem kleinen Tausendsassa ins Blut, so daß sie mit dem Groove erst mal phat das Tanzbein schwang. Dies Erlebnis bewegte sie zum Bleiben und sie begann, sich gemeinsam mit den Kippen ihren Weg durch das Innere des großen Kastens zu bahnen. Auf dieser Reise wurden Tausendsassa und ihre Kippencrew wiederholt von einer Horde hinterhältiger, wild umherspringender Zahlen belästigt, wozu Tausendsassa sich bloß ihren Teil dachte und neugierig weiterrannte. Doch sie wurde abermals in ihrem schnellen Lauf unterbrochen. Tausendsassa stutzte und sah vor sich eine eisgraue Fratze, aus deren Mund eine ihr unverständlich, übelklingende Rede quoll (die da sagte):

"I'm Joe Sixpack and you're too late. By the way, what did we do last time?"

Tausendsassa antwortete fix (/nix) was ihr gerade in den Sinn kam und steuerte irritiert weiter. Sie bog mit ihren Kippen um die Ecke und was stand da vor ihnen? Ein durchtrainierter Jüngling mit Haaren schwarz wie Ebenholz, die starken Arme beladen mit mehreren Leberkässemmeln, von denen er Tausendsassa flux welche zur Stärkung anbot und damit den Grundstein zu einer tiefen Freundschafr legte. Durch diese positive Bekanntschaft überkam Tausendassa ein grenzenloser Irritationsschub, der sie zu einer großen Packung Stabilos greifen ließ, mit Hilfe derer sie alle umliegenden Wände mit graffittiähnlichen Zeichnungen bedeckte. Ein konfuses, kleines, wuseliges Männlein, das ihr bereits vorher durch seine Umtriebigkeit aufgefallen war, stürmte unaufhaltsam auf sie zu und sprach: "Du bist zwar schon wieder zu spät, aber folge miri mein Reich, du wirst es nicht bereuen, deine Fähigkeiten werden ausgebaut." In seinem Palast angekommen, fand Tausendsassa sich inmitten eifriger Mitstreiter wieder, die ihe zur Begrüßung einen Topf Farbe über die Hose kippten. Offenherzig, schlagfertig und trinkfest, wie unser Tausendsassa nun eben mal ist, ließ sie sich auf das Wagnis ein und gab ihr Bestes, auch wenn sie sich manchmal durch die Anforderungen unbegründet überfordert fühlte.

Überraschend und unverhofft erschien der König des grauen Kastens im Sfumato einer grauen Wissenswolke und überreichte ihr feierlich das so heiß begehrte Reifezeugnis. Völlig überwältigt packte Tausendsassa ihre Kippenschachtel, den stämmigen Jüngling und viele ihr wohlgesonnene Mitstreiter, um mit ihnen ins Freie zu stürmen und eine gigantische Party zu schmeissen. Und da gab es Flüssiges im Überfluß, phate Hip-Hop-Styles und ein Tausendsassa dachte sich zufrieden:

"Das Rezept ist gecheckt,
der Hexenkessel kocht,
wenn der sterbende Docht
in der Kerze versiegt
wird sich zeigen, wer den Regenbogen schiefbiegt."

Anja & Susanne G.