"Harry" Koch vs. FC Kultus

Reuthersberger Sportclub steht kurz vor der allgemeinen Hochschulreife. Der letztjährige Oberstufenligist besiegte im Aufstiegsduell am 15.05.99 den FC Kultus endgültig mit 2:1 und festigte damit seinen Spitzenplatz.

Vor 11 Zuschauern und dem wechselnden Schiedrichtergespann im Stadion zur Altenburg war "Harry" Koch, der sein erstes Saisontor erzielte, für den Reuthersberger Sportclub erfolgreich. Obwohl die gegnerische Mannschaft unter der Führung von M. Hohlmeier mit klaren Tätlichkeiten mit 0:1 in Führung ging, mußte sie sich geschlagen geben.

Über die 2-jährige Saison hinweg beeindruckte vor allem im ersten Abschnitt der druckvolle Zug aus dem Bauch heraus. Sein griechischer Mitspieler Ouzo trieb ihn unaufhörlich an, den ersten Saisongegner FC Glowatzky vor dessen heimischen Publikum untergehen zu sehen. FC Glowatzky operierte geschickt aus einer verstärken Magengrube heraus und war vor allem mit Konterangriffen über den schnellen Linksaußen Rioja gefährlich. Torjäger "Harry" Koch stand oft lange Zeit allein auf weitem Flur und verlor zuweilen im gegnerischen Stadion die Orientierung.

In der Rückrunde, verstärkt durch Stareinkauf aus der ehm. 13. Königsklasse, spielte der Reuthersberger SC gefälliger und auch gefährlicher auf. Besonders die neue Struuunz-Frisur des Toptorjägers "Harry" Koch symbolisierte die neue Sachlichkeit im Spiel des SC. Besondere Erwähnung muss auch der Einsatz Kochs finden, der es sich während der gesamten Spielzeit nicht nehmen ließ, durch seine zahlreichen mündlichen Beiträge den Gegner und auch die Mitspieler zu beeindrucken.

Jedoch war die Saison geprägt von den vielen Eskapaden des Stürmerstars. Anstatt dem Training beizuwohnen, wurde er zusammen mit weiblichen Fans im Golf durch die Stadt rasend gesehen. Diese fühlten sich vermutlich eher durch seine poetische Ader, als von seinem, Spitzengehalt angezogen.

Trotz seiner Spitzenstellung im Team, versuchte Koch stets seine Mitspieler zu motivieren und nach schweren Rückschlägen, verursacht durch das feindliche Lager, wieder aufzubauen. Er selbst war sich dabei nie zu schade, auch öffentlich für den Mitspieler Partei zu ergreifen.

Sollte die Fußballerkarriere des "Harry" Koch jemals ein Ende finden, so wird dies für die Königsklasse der Bamberger Sportwelt ein herber Verlust sein.

Bereits während der laufenden Spielzeit bereitete er sich auf sein Leben nach dem Fußball vor. Das Angebot des Clubs, im Vorstand tätig zu werden, schlug er aus, um sich ganz seiner Karriere als Drehbuchautor zu widmen.

Alexander, Justus