Akte 4237 PK-3656; A. Hummel;


Sehr geehrter Herr Mielke,

seit nunmehr 2 Jahren beobachte ich das Zielobjekt A. Hummel, besser bekannt als „Der Freischütz". Im Laufe meiner ständigen Beobachtungen bin ich zu folgendem Ergebnis gekommen:

A. Hummel sollte zum Staatsfeind Nr. 1 erklärt werden!

Seine inszenierte Pettstadter Existenz benutzt er lediglich als Tarnung, um seine systemfeindlichen Aktivitäten geheim zu halten. Diese Tarnung weist jedoch einige Lücken auf: So ist es zum Beispiel sehr verwunderlich, dass ein Schütze aus dem Pettstadter Verein täglich trainiert, während die anderen Mitglieder (u.a. ein gewisser U. Pflaum, genannt „Die Pflaume") ihre wöchentlichen Treffen nur zum gemeinschaftlichen Besäufnis nutzen. Die Tatsache, dass er letztes Jahr bei der deutschen Meisterschaft der Junioren den zweiten Rang belegte, bestätigt meine Ansicht, dass es sich bei dem Objekt um einen gefährlichen Scharfschützen handelt.

Auch seine Mitgliedschaft in einer dunklen, fast schwarz zu nennenden bayernweiten, politischen Vereinigung läßt ihn in Positionen aufrücken, die unseren Zielsetzungen im Wege stehen könnten.

Mein Versuch, das Objekt - wie befohlen - zu eliminieren, scheiterte bedauerlicherweise: In einer wilden Verfolgungsjagd zwischen Neuhaus und Schadlos konnte ich seinen Fiesta zwar von der Straße drängen und einen Abgrund hinunterstürzen lassen, doch „Der Freischütz" überlebte unverletzt. Da sein Wagen unbrauchbar geworden war, schaffte er sich einen neuen an, der von einem unbekannten Geldgeber finanziert wurde. Weitere Anschläge von unseren Agenten „Fliege" und „Wuschel", die sich als Lehrer getarnt am KHG verstecken, schlugen ebenfalls fehl. 15 Schuljahre erweiterten seinen Wissenshorizont zusehends; zahlreiche punktearme Versuche konnten ihn zwar schwächen, aber nicht vollends ausschalten.

Ein Treffen mit KGB-Agentinnen in Wien wurde von Agent „Turner" leider nicht allzu aufmerksam verfolgt, da der Gefahrencode 90-60-90 die Achtsamkeit unseres Mannes negativ beeinträchtigte. Der Agent konnte sich lediglich noch an die Parole „Blaue Augen" erinnern, als er wieder zu Sinnen kam.

Weitere systemfeindliche Objekte, die mit ihm in Kontakt traten, waren ein gewisser J. Stöckinger, genannt „Die Nase", mit dem zusammen er häufig beim Schnitzelessen beobachtet wurde. [Persönliche Anmerkung: Die Schnitzel hatten bestimmt einen Durchmesser von 30 Zentimetern!] Des öfteren traf er sich mit einer Frau namens C. Schütz, genannt „Mausi", mit der er allem Anschein nach auch in körperlichen Kontakt trat.

Unsere beiden Topagenten „Igel" und „Alph" bleiben ihm auch weiterhin auf den Fersen.

Hochachtungsvoll,

Ihr H.B., genannt „Big B"

Thomas & Ralph